Agilität im Systems Engineering (AgileSE)

Gemäß unserem Motto: “Besser agil mit Systems Engineering” arbeiten wir mit und an Prinzipien, Praktiken, Methoden, Frameworks und zugrundeliegenden Denkmustern, die die Ansätze aus Agilität und Systems Engineering zusammenbringen. Die Intelligente Integration beider Ansätze ermöglicht es, komplexe Systeme unter volatilen und unsicheren Bedingungen zu entwickeln, auch mit großen Teams und in komplexen und bestehenden Organisationsstrukturen. Denn “Agil geht bei uns nicht“ konnte inzwischen vielfach weltweit widerlegt werden.
Aktuelle Ziele

Mit SEBRAS (“Systems Engineering for Business Reactivity and Agility with Stripes”) beschreiben wir “Muster und Streifen” für agiles Systems Engineering. Ausgehend vom Systems Engineering wollen wir einprägsame Metaphern nutzen, um komplexe Arbeitsweisen in dynamischen Umfeldern auf leicht verständliche Prinzipien und Konzepte und sich daraus ergebende Muster zurückzuführen. Dabei steht der Ansatz "Stripes over Sprints" im Mittelpunkt, in dem verschiedene Perspektiven der Systementwicklung (Techical, Organisational, Business) berücksichtigt werden . Das fördert eine kontinuierliche, iterative und schichtweise Arbeitsweise, die zugleich im jeweiligen Kontext flexibel und skalierbar ist.
Während Modelle im Systems Engineering eine zentrale Rolle spielen, werden sie im Rahmen des agilen Arbeitens oft als weniger wichtig oder sogar als Widerspruch zur Agilität gesehen. Modelle MBSE sind jedoch für agiles Vorgehen höchst förderlich. Während die SE-Modelle insbesondere zur Systemanalyse und Systemsynthese des Lösungsraums eingesetzt werden, können die leichtgewichtigen und menschenzentrierten Modelle der agilen Methoden besonders zur Exploration des Problemraums eingesetzt werden. Wir argumentieren, wie der Einsatz von Modellen im Rahmen von agilen Arbeitsweisen einen ganzheitlichen Beitrag in der Entwicklung leisten kann.
Anhand einer vereinfachten Case Study überprüfen wir, ob die Erkenntnisse unserer Arbeit auch praktisch anwendbar sind. Als Anwendungsbeispiel dient uns die fiktive Entwicklung eines Gartengrills der imaginären Firma „GrillGut“. GrillGut ist ein Tradtionshersteller, der sich zum Ziel gesetzt hat, sein Produktportfolio und auch seine Produktentwicklung nachhaltig zu digitalisieren, um flexibler auf Markänderungen reagieren zu können. Wir arbeiten hier mit Diagrammen und Modellen (SysML®, agile und andere Modelle) um ein kohärentes Systemmodell zu erzeugen. Dies hilft uns u.a. bei der Validierung und Identifikation der Signifikanz unserer Hypothesen und Denkmodelle.
Die zunehmenden Anforderungen an die Flexibilität und Kreativität begleitet durch eine umfassende Digitalisierung erfordern eine Anpassung der Arbeits- und Vorgehensweisen auch im Systems Engineering Kontext. Dabei stellt sich die Frage der Machbarkeit bei der Umsetzung. Die Prinzipien der agilen Arbeitsweisen stellen wir den Prinzipien des Systems Engineering gegenüber und erörtern, in welcher Weise sich die beiden Ansätze widersprechen oder unterstützen. Beim Vergleich stellt sich heraus, dass sich beide Arbeitsweisen mit unterschiedlichen Blickwinkeln sehr gut ergänzen.
Veröffentlichungen
"SEBRAS - Stripes over Sprints: Agilität plus Systems Engineering neu gedacht"
J. Rambo und Th. Dorsch, et al., REConf 2025, 6.-7. Mai 2025
"Besser agil im Systems Engineering mit Modellen"
P. Dahlke et al., Tag des Systems Engineering, Jg. 2023, S. 172-178, 2023
"Besser agil mit Systems Engineering, Agile needs Systems Engineering"
E. Appel, A. Neng, and J. Matevska, Tag des Systems Engineering 2022: Tagungsband Paderborn, 16.-18. November 2022, vol. 20, pp. 108, 2022
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